KfW-Förderung für Einbruchschutz

Nicht entgehen lassen

Seit November 2015 können private Eigentümer und Mieter im Rahmen des Förderprogramms „Altersgerecht Umbauen“ bei der KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) eine eigenständige Förderung von Einbruchschutzmaßnahmen beantragen. Somit wird u.a. der Einbau von Alarmanlagen vom Staat finanziell bezuschusst.

Maßnahmen für altersgerechten Umbau (Barrierereduzierung) und Einbruchschutz sind frei kombinierbar. Auch die Zuschüsse für Investitionen in die Barrierereduzierung sowie das Erreichen des anspruchsvollen Standards „Altersgerechtes Haus“ wurden erhöht.

Was wird gefördert?

Förderfähige Einbruchschutzmaßnahmen im KfW-Programm „Altersgerecht Umbauen“:

  • Einbau von Einbruch- und Gefahrenmeldeanlagen nach DIN EN 50131 und DIN VDE 0833, Teile 1 und 3 jeweils Grad 2 oder besser und ausschließlich zertifizierte Melder nach DIN EN 50131-2-x ab Grad 2 Infraschall- bzw. Luftdruck-, Luftvolumensysteme oder Raumresonanzfrequenzgeräte sind nicht förderfähig.
  • Einbau von Gefahrenwarnanlagen sowie Sicherheitstechnik in Smart Home Anwendungen mit Einbruchmeldefunktion nach DIN VDE V 0826-1 ohne Abweichung. Bei der Scharf- und Unscharfschaltung muss die Zwangsläufigkeit nach DIN VDE V 0826-1 eingehalten werden.
  • Einbau einbruchhemmender Haus-, Wohnungs- und Nebeneingangstüren nach DIN EN 1627 ab einer Widerstandsklasse RC 2 oder besser.
  • Einbau einbruchhemmender Garagentore und -zugänge (bei direkter Verbindung zum Wohnhaus) ab einer Widerstandsklasse WK2 oder besser nach DIN V ENV 1627.
  • Einbau von Nachrüstsystemen für Haus-, Wohnungs- und Nebeneingangstüren:
    • Schlösser (z. B. Querriegelschlösser mit/ohne Sperrbügel, Türzusatzschlösser, Kastenriegelschlösser) / Bandseitensicherungen nach DIN 18104 Teil 1 oder 2
    • Schutzbeschläge nach DIN 18257 ab Klasse ES 1 mit Zylinderabdeckung
    • Mehrfachverriegelungssysteme mit Sperrbügelfunktion nach DIN 18251 Klasse 3 oder besser
    • Einsteckschlösser nach DIN 18251, Klasse 4 oder besser in Kombination für Profilzylinder nach DIN 18252 der Angriffswiderstandsklasse 1 oder besser mit zusätzlichem Ziehschutz
    • Bei Neuverglasung einbruchhemmendes Glas entsprechend DIN EN 356, P4 oder besser mit gesicherter Glasanbindung
  • Einbau von Nachrüstsystemen für Fenster- und Fenstertüren nach DIN 18104, Teil 1 oder 2 bzw. bei Neuverglasung nach DIN EN 356, P4 oder besser mit gesicherter Glasanbindung.
  • Einbruchhemmende Gitter, Klapp- und Rollläden und Lichtschachtabdeckungen nach DIN EN 1627 ab Widerstandsklasse RC 2.

 

Die Förderung kann mit den Programmen zur energetischen Gebäudesanierung kombiniert werden. Ist z.B. ohnehin ein Austausch der Fenster geplant, kann der Einbau einbruchhemmender Fenster, Fenstertüren und -rahmen (nach DIN EN 1627, mindestens Widerstandsklasse RC2N) im Programm „Energieeffizient Sanieren“ gefördert werden.

Zuschüsse

Der Zuschusssatz beträgt 20 % der förderfähigen Investitionskosten pro Antrag. Übersteigen die förderfähigen Investitionskosten 1.000 Euro, werden die ersten 1.000 Euro mit 20 % und die restlichen förderfähigen Investitionskosten mit 10 % gefördert. Die Mindestinvestitionskosten liegen bei 500 Euro. Demnach werden je nach Höhe der Investitionskosten Zuschüsse zwischen min. 100 Euro und max. 1.600 Euro ausgezahlt.

Wer Maßnahmen gegen Wohnungseinbruch gleich mit einem altersgerechten Umbau verbindet und in beides investiert, kann (je nach Höhe der Investitionskosten) einen Zuschuss von maximal 5.000 Euro erhalten. Für den Förderstandard „Altersgerechtes Haus“ steigt der Zuschuss auf 12,5 Prozent der förderfähigen Investitionskosten (max. 6.250 Euro).

Förderfähig sind sowohl Materialkosten als auch Handwerkerleistungen.

Kredit

Seit 1. April 2016 kann im Rahmen des KfW-Programms „Altersgerecht Umbauen“ alternativ auch ein zinsgünstiger Kredit (0,75 % Sollzins) beantragt werden. Die KfW gewährt Kredite aus diesem Programm ausschließlich über Banken, Sparkassen und Versicherungen, welche für die von ihnen durchgeleiteten Kredite der KfW die Haftung übernehmen.

Im Gegensatz zum Antrag auf Investitionszuschuss (der direkt bei der KfW gestellt werden muss) ist der Kredit-Antrag bei einem vom Antragsteller zu wählenden Finanzierungsinstitut zu stellen.

Voraussetzungen

Alle Maßnahmen müssen den technischen Mindestanforderungen entsprechen und sind durch Fachunternehmen auszuführen. Für die Maßnahmen zum Einbruchschutz gelten im Einzelfall die in der Beschreibung der jeweiligen Maßnahme genannten Anforderungen gemäß DIN oder VDE. So müssen Alarmanlagen die Anforderungen nach DIN EN 50131, Grad 2 zum Einbruchschutz oder besser erfüllen.

Antrag

Den Zuschuss beantragen Eigentümer/Mieter direkt bei der KfW.

Der Antrag auf Förderung muss bei der KfW eingehen, bevor mit den Maßnahmen begonnen wird. Bereits begonnene oder schon abgeschlossene Maßnahmen können nicht gefördert werden. Nach positiver Prüfung des Antrags erhält der Antragsteller von der KfW eine Zuschuss-Zusage. Die KfW empfiehlt, diese Zusage abzuwarten und erst dann mit dem Vorhaben zu beginnen.

Zur Antragstellung muss der KfW der vollständig ausgefüllte und vom Antragssteller unterschriebene Online-Antrag eingereicht werden (https://www.kfw.de/455; Rubrik „Formulare“) sowie eine beidseitige Kopie des gültigen Ausweises.

Die genauen Kosten für den Einbau von Alarmanlagen und mechanischen Sicherungen sind bei Antragstellung oftmals noch nicht bekannt. Die KfW empfiehlt daher, im Antrag die geplanten förderfähigen Kosten auf Basis der eingeholten Angebote vorausschauend zu schätzen und eventuelle Kostensteigerungen entsprechend zur berücksichtigen. Damit kann eine ansonsten später nötig werdende Aufstockung über einen Mindestzuschussbetrag von 300 Euro vermieden werden.

Nähere Informationen

Die kostenfreie KfW-Servicenummer ist erreichbar unter 0800-5399002 (Montag bis Freitag: 08:00-18:00 Uhr).
Informationen zu den Förderprogrammen bietet die KfW-Homepage unter https://www.kfw.de/einbruchschutz.